F:  wenn ich träume, muss es doch irgendetwas geben, das mich aufwecken kann.  ist das nicht, was viele lehrer machen - wachrütteln ?

A:  das kann sein, dass das manche so erklären.  weiss ich nicht.  aber du bist nicht der träumer.  du bist eine traumfigur.  du wirst geträumt.  und eine traumfigur hat keinen einfluss auf das ende des traumes - auch kann sie freilich nicht aus dem traum aussteigen.  das ende des traumes ist auch das ende der traumfigur. 
und man kann auch sagen, es scheint so zu sein, dass manchmal der traum endet, wenn auf DAS jenseits des traumes hingewiesen wird.  DAS, was aber auch der traum ist - natürlich. 



F:  nachdem du sagst, dass du nichts zu lehren hast, nehme ich an, dass du durch dein beispiel wirkst – der ‚satguru‘ sozusagen.

A:  nein !  überhaupt nicht !   hast du mich das jemals sagen gehört ?

F:  nein, aber in einem satsang-video habe ich das gehört.

A:  hier ist kein satsang.  und ich bin kein satguru.  der satguru entspringt der idee/der dynamik jemand zu sein.  ich bin jemand, nämlich ein satguru.  hier geht es um den wegfall der idee/dem konzept von „ich bin jemand“ – mit all der dazugehörigen dynamik und energetischen entsprechung.  was an beispiel oder vorbild sollte denn hier sein ?  die art und weise wie dana am klo sitzt, oder nase bohrt … oder dass sie gerne marzipanschokolade isst ? – was sie allerdings wirklich vorbildlich gut kann … .  man könnte sich freilich auch ein beispiel daran nehmen, mit welcher begeisterung ich manchmal schuhe putze oder rucola-salat esse.

F:  und warum ist hier kein satsang ?

A:  so wie ich satsang sehe und erlebt habe, geht es da meistens um einen meister und seine schüler.  was ein konzept ist, das die dana in der geschichte eine zeitlang fasziniert hat.  „sein in wahrheit“ ist für mich nichts bestimmtes.  und was ist wahrheit ?  ist irgendetwas weniger wahr als etwas anderes ?  die lampe hier ist mehr wahr als der baum draußen im park ?

F:  aber es geht ja auch um das reflektieren der lehren – einsichten erlangen …

A:  nein, hier nicht.  wir sprechen von ganz unterschiedlichen veranstaltungen.  hier finden grundlos und ohne zielausrichtung gespräche statt.  es geht um nichts – im wahrsten sinne des wortes.  bewusster werden, einsichten erlangen, sich in der stille versenken, sein potential leben, achtsamer werden, ausrichten, wissen wie leben geht oder gar leben kreieren … etc. gehören zu „ich bin jemand“.  das ist für das ‚ich‘ freilich höchst unbefriedigend.  hier ist nichts zu holen.  ausser NICHTS.  und das ist eh schon immer der fall.
und natürlich ist alles – wirklich ALLES – das erscheint, so, wie es anders nicht sein könnte und absolut gültig.  satsang ist einfach satsang.  es führt nirgendwo hin - wie alles andere auch nirgendwo hinführt. 
und:  manchmal gibt es in manchen kreisen so eine idee, dass es wahre und falsche meister gäbe.  dass man wahrheit oder unwahrheit sprechen könnte.  und dann freut sich das 'ich', wenn es meint, an einen wahren meister gekommen zu sein.  dann kann man auch gut über die ´falschen meister' lästern.  aber ALLES ist einfach ausdruck von DEM, einheit, derselben energie ... wie auch immer man sagen mag.

  

 

F:   ich habe kaum das gefühl, dass ich stoppen könnte, und alles wäre gut.  ich laufe eigentlich immer.

A:   ja, das ist in der persönlichen energie so.  bei manchen körpern mehr und bei anderen weniger stark ausgeprägt.  diese scheinbare energetische kontraktion im körper, die trennung vom rest des lebens und 'jemanden' im körper suggeriert ... ihre grundstimmung ist:  es fehlt etwas ... und verpersönlicht gesprochen:  ich bin nicht gut genug. 
schau was wir menschen alles machen, um 'ich bin nicht gut genug' zu kompensieren.  nicht gut genug, irgendwie aus dem paradies gefallen, nicht gut genug, um geliebt zu werden ... das ist überhaupt ein ganz überwältigendes gefühl:  ich muss etwas werden oder tun, um wert zu sein geliebt zu werden.  das ist für die meisten DAS spiel.  aber es ist nicht jemand, der dieses spiel betreibt - das leben gibt einfach energie in diese dynamik.  wovon wir hier sprechen ist einfach:  dieses gefühl im körper zu sein, kann sich auflösen - niemand weiß wie ... es geschieht einfach.  es ist ganz sicher niemandes errungenschaft. 
und das beantwortet gleich die frage, die ich schon kommen höre:  'was kann ich tun ?'.  da ist niemand, der etwas tun könnte.  wenn gesehen wird, dass alle gedanken/geschichten aus dem nichts kommen und nicht aus jemandem .... ist klar, dass alles immer frei und die person ein traum war.  leben geschieht einfach.
die persönliche dynamik ist nicht einmal immer da.  oft und oft ist einfach das, was ist.  schwimmen, lachen, autofahren ... was auch immer.  niemand da, der protokoll führt, was der körper gerade macht, wie er sich fühlt etc..  das 'ich' ist ganz besessen von sich selbst.  es ist ständig mit sich beschäftigt.  wenn das wegfällt, ist der körper eine erscheinung von vielen in dieser zeitlosen grenzenlosigkeit.  es kann erstaunlich sein zu sehen, dass alles automatisch geschieht. 
der menschliche körper ist auf überleben programmiert, wie jedes andere tier auch.  ganz natürlich und automatisch setzt der körper aktionen, um zu überleben.  arbeiten um nahrung und ein dach über dem kopf zu haben ... zum beispiel.  bei den tieren kannst du das gut sehen.  nimm einen bienenstock.  ein unglaublich ausgeklügeltes arbeitssystem.  oder wie die kleinen ameischen laufen und laufen ... wir menschen arbeiten meistens auch, um das überleben zu sichern.
und das mit 'nicht gut genug, um geliebt zu werden' ... wenn die scheinbare trennung fällt und alles in seiner ganzheit gesehen wird, ist liebe offensichtlich.  diese liebe, die alles/nichts ist.  die person kann nur von liebe sprechen und eine vorstellung davon haben.  'persönliche liebe' wird als gegengeschäft, als konzept gelebt - wird als komplettierung der person gesehen und es geht immer um 'du machst mich glücklich', ich liebe dich - du machst mich unglücklich (du machst nicht, was ich will), ich liebe dich nicht mehr, ich hasse dich'.
was gesehnt wird, ist alles, was schon immer IST.  in DEM endet das laufen.  was gesehnt wird, ist das ende von 'nicht gut genug'.  was IST, wird als genug gesehen.  mehr noch:  als unglaubliches, stilles wunder ... und weiterhin werden aktionen des körpers geschehen ... ganz natürlich ...

 

F:   du hast ganz offensichtlich etwas, das ich nicht habe.  ich kann deinen frieden ja wahrnehmen.

A:   was wahrgenommen wird, kann nur eine abwesenheit von etwas sein.  es wird wohl der glaube an die idee von individuum sein, mit all seinen nebenwirkungen.  wenn du glaubst, dass dir fehlt oder du bräuchtest, was jemand anderer scheinbar hat .... können hass, neid, (selbst)mitleid, mißgunst, (selbst)zerstörung ... schnell zur stelle sein.  das erlebe ich öfter, dass mich menschen heute bewundern und morgen verdammen.  je nachdem, welche geschichte das ICH gerade verfolgt.  das wird in der persönlichen energie immer abwechseln.
man könnte eher sagen, dass du etwas hast, das ich nicht mehr habe.
und das ist auch blödsinn, weil da weder ein ICH noch ein DU ist, das was haben oder nicht haben könnte.  das ist EINS.  alles was hier ist, ist das was ist.  ungeteilt.

F:   trotzdem gibst du hier die antworten und wir haben die fragen.

A:  scheinbar.  weil du es teilst, schaut das so aus.  aber ohne fragen keine antworten.  das ist EINS.  ich habe überhaupt keine antworten, auch wenn das so wirken könnte, dass ich was weiss - ist aber nicht so.  wenn fragen kommen 'plappert es', manchmal wie aufgezogen ... und oft höre ich gar nicht so richtig, was es ist - ich verstehe es auch nicht.  ich staune eher.
irgendwie scheint das in allen gesprächen dann so zu enden, dass die fragen versiegen.  alle fragen kommen aus der person.  mit der ich-dynamik gehen auch die fragen.  
wie und warum ist einfach völlig irrelevant.  es ist einfach immer das was ist, so wie es ist.
warum ? - keine ahnung.  wer sollte das je wissen ?  es müßte etwas oder jemanden geben, der außerhalb von 'alles was ist' steht, getrennt davon - damit eine aussage möglich wäre.  was könnte außerhalb von 'alles was ist' sein ?



F:   was verstehst du unter 'erwachen' oder 'befreiung'  ?

A:   es ist nicht sprechbar - überhaupt nicht ausdrückbar.  ein minusprogramm, kein gewinnspiel.  es fällt etwas weg, das gar nie wirklich da war.  das wort 'scheinbar' scheint hier unvermeidlich.  die meisten menschen nehmen sich früh schon als getrennt vom leben, als person, als subjekt wahr.  ein subjekt, das mit objekten umzugehen lernen muss, dieses leben 'machen' - und zwar 'gut machen' sollte.  die person meint, durch das leben zu navigieren - unabdingbare hilfsmittel um ein glückliches leben führen zu können wären u.a. ein scheinbarer freier wille und wahl.  die person setzt und verfolgt ziele, sucht und sieht sinn und bedeutung ... die person ist eine hamsterrad-dynamik, die ich auch leid-dynamik nenne - sie verfolgt etwas, nämlich im grunde die aufhebung der scheinbaren trennung - und je intensiver sie dem honigtiegel hinterherjagt, desto stärker wird auch das gefühl von unerfülltsein.  die person ist per definitionem das getrennte.  scheinbar.
nehmen wir hier eine abkürzung:  im erwachen ist direktes sehen, dass hier keine person ist und: nie war !  es ist keine erfahrung oder ein ereignis, das einmal geschieht, wie ein zieleinlauf.  es ist auch kein zustand.  und es hat nichts mit der illusorischen person und ihrer scheinbaren geschichte zu tun. 
meine annahme war zum beispiel, daß ich etwas verstehen würde - eines tages.  ich werde transformiert, meine schattenseiten integriert, karma aufgelöst und meditiert ... haben - und dann: gemäß dem gesetz von ursache und wirkung die hart erarbeitete belohnung:  erleuchtung !  all mein mut, meine ausdauer, meine disziplin, mein leiden, mein anderssein,  mein bla bla  ... werden sich gelohnt haben. 
erwachen ist, wenn dieser jemand - diese suchdynamik - wegfällt.  im erwachen ist keiner mehr da.  es ist 'fortwährendes' wegfallen von allem.  inklusive der person mit all ihren vorstellungen und konzepten.  der denkende, der fühlende, der tuende, der erfahrende verschwindet.   sang- und klanglos - das hat weder form noch emotion oder irgendetwas, das erfahrbar sein könnte. 
das kann man nicht werden und es gehört niemandem.  niemand kann sich das auf die fahnen heften.  ist das nicht schön ?  da ist kein besser oder schlechter, bewußter oder unbewußter, weiter entwickelt als andere .... all das fällt.
es IST einfach.  leuchtend und klar - nie nicht da.   ALLES, das gleichzeitig NICHTS ist.  wer soll das verstehen ?  es kann nicht gewußt werden.  gleichzeitig ist es intimer als intim immer da.  alles, ALLES was ist, ist ALLES WAS IST.  alles ist innerhalb dessen - und das ist auch grotesk zu sagen, weil es kein außerhalb gibt.  auch einheit ist irreführend, weil es zweiheit bräuchte um es auch nur denken zu können.  one without a second.  a-dvaita.  es ist das simple, natürliche SEIN.  immer DAS|HIER|JETZT wie es sich gerade zeigt. 




F:   kannst du verstehen, dass es ohnmächtig macht immer zu hören:
'du kannst nichts machen' ?


A:   wie du sagst:  das ist, was ein ICH hört.  das ist aber nicht, was gesagt wird.  aber das ich 'ver-icht' sofort alles.  es kann natürlich nicht anders.  wie sollte sich eine person ihre eigene abwesenheit vorstellen ?  zu sagen 'da ist niemand, der was machen könnte'  ist etwas völlig anderes als:  'dich - das, wofür du dich hältst - gibt es zwar, aber du bist ein verlorenes erbärmliches würschtl, das nichts tun kann.'   



F:   warst du nie verzweifelt auf deinem weg ?

A:   ich habe meistens kein großes bedürfnis über die geschichte zu sprechen.  sie ist auch immer schwerer zu erinnern - und wird immer anders und nur auszugsweise erinnert.  obwohl geschichten überhaupt kein problem sind.  sie sind ausdruck des EINEN, wie alles andere auch.  ich möchte aber dazusagen, dass es eine geschichte ist und nicht zu verwechseln mit einer beschreibung von erwachen.  die dana-geschichte hat nicht zu erwachen geführt.  im sehen von 'befreiung' fallen mit der person freilich auch raum und zeit, ergo dessen ursache und wirkung ....
ja, in der geschichte war viel leid und auch verzweiflung, der eineiige zwilling der hoffnung.  aber welche relevanz hat das für dich ?  oft zielt das ICH mit solchen fragen darauf ab, zu eruieren ob es wohl gut unterwegs ist -  richtung erwachen.  'hat also auch gelitten' - gut, können wir ein grünes hackerl machen.
ICH liebt es festzuhalten, wo es sich gerade befindet.  'ich fasse zusammen:  bis hierher dieses und jenes erledigt, seehr brav .... und jetzt muss ich noch an meiner angst arbeiten, sie transformieren ... '  und dann ?  können wir wirklich je wissen, wo wir stehen und wo wir hingehören ?  wohin geht das ganze ?  wohin geht dieser ewige moment ?  mehr von dem was immer schon IST ?
schnell werden die ganz schlauen egos mit 'evolutionsbedingt ... ' etc. daherkommen.  ICH wird alles unternehmen um überzeugen und sich aufrechterhalten zu können.  das ist auch seine funktion.  es zieht auch in den krieg für seine überzeugungen.


F:   und was ist der unterschied zwischen EGO und ICH ?

A:   keiner.  so wie ich worte verwende, sind EGO, ICH, PERSON, LEID-DYNAMIK, SUCHEN ... dasselbe.  es gibt keine person ohne ego.  oder ein egoloses ICH.  und diese dynamik ist immer leidverbunden.  darum sage ich auch manchmal, erwachen ist das ende von leid.  jedoch nicht von schmerz.


F:   ICH ist eine dynamik ?  was meinst du damit ?

A:   eine sehr liebgewonnene annahme ist, dass wir eine fixe einheit sind, die sich durch raum und zeit bewegt - eine vergangenheit und eine zukunft hat.  wo ich in meinem leben gerade stehe, ist ein resultat meiner vergangenheit ... und ich bin unterwegs in meine zukunft.  mein leben spielt sich zwischen geburt und tod ab.  wie viele jahre auch immer, werde ich auf der erde leben.  in spirituellen kreisen kann das ICH natürlich noch viel raffinierter - sprich: vermeintlich 'hocherwacht' - sein:  es kann wählen, gedanken erschaffen, leben kreieren - es meint zu wissen, dass es neben einem körper und einem geist auch noch eine seele hat und diese wandert durch alle universen, ist zuordenbar ... kommt von wo .. und geht wohin.  wohin genau sie geht und ob sie nocheinmal in einen irdischen körper geht ... das hängt von der lebensführung ab, oder auch davon, was das ICH wählt, wie es sich zu erfahren wünscht - wiewohl in absprache mit einem kosmischen rat und ein paar aufgestiegenen meistern ... reinkarnation, karma ... und allerlei andere schillernde konstrukte ... all das kommt hier vor.
und all das sind annahmen und geschichten, die zur person - zur traumfigur - gehören.  träumeland.  weder richtig | falsch, noch gut | schlecht.
diese scheinbare person entsteht und erscheint völlig real durch eine bestimmte dynamik.  vereinfacht gesprochen könnte man sagen: ein sich-getrennt-wahrnehmen, ein bewußtwerden dieser scheinbaren trennung (selbst-bewußtsein)  und die dazupassenden gedanken | emotionen.  gedanken, die eine vergangenheit und eine zukunft wirklich erscheinen lassen und der glaube daran.  eine person bezieht ihre idendität aus dieser geschichte.  sie meint diese einheit zu sein, die sich zeitgebunden im raum bewegt und einfluß auf das geschehen nehmen kann.  in dieser gedanken-dynamik-funktion erscheint ein ICH völlig real, da diese dynamik auch energetisch ein art zentrum im körper erscheinen läßt.  es fühlt sich so an, als wäre ICH im körper.  die meisten menschen würden das als im brustkorb oder kopf angesiedelt beschreiben.  im kollapieren dieser dynamik ist sehen, dass das außer als gedanke und energetische verdichtung keine eigentlichkeit hat.   



F:   ich nehme an, dein leben hat sich grundlegend geändert ?

A:   ich habe kein leben.  niemand hat ein leben.  leben gehört niemandem.  du hast auch kein leben - das war nie so und wird nie so sein.  leben lebt sich aus sich selbst und gehört sich selbst.  treffender noch kann man sagen, da ist niemand, dem ein leben gehören könnte.  das ist EINS.  wenn wir hier so sitzen, bis wohin würde denn dein leben gehen und wo würde denn mein leben beginnen - und gibt es irgendwo eine schnittmenge unserer beiden leben ?    in der eigentlichen erfahrung ist klar, dass das EIN SEIN ist.  das ist nicht ein konglomerat vieler leben. aber ICH besitzt so gerne.  mein leben, meine talente, mein erfolg/mißerfolg, mein arbeiten an mir, mein körper, mein wasauchimmer .... so als hätte ICH talente hervorgebracht und so, als wäre ohne ICH sowieso überhaupt gar nichts möglich.  ICH bin fix, der rest ist ansichtssache, beeinfluß- und veränderbar.  manch alte schriften sprechen von 'ignoranz' (illusion von ignoranz) - ignoranz demgegenüber 'was ist' - ein nicht-sehen.  es scheint mir durchaus auch passend, 'arrogant' zu sagen.  in der ICH-dynamik kann unglaubliche arroganz vorkommen.
zurück zu deiner frage:  wenn jetzt bilder auftauchen anhand derer ich jetzt einen vergleich anstellen kann, würde ich sagen:   'mein' leben 'davor' war sehr ereignisreich, leidvoll, abenteuerlich, arbeitsreich - und bis auf 'leidvoll' ist es nach wie vor so.  diese körperfunktion ist so aufgesetzt.  der wegfall von leid ist DER unterschied.  das leben erscheint nach wie vor in gegensätzen, in kontrasten .... wenn leben niemandem widerfährt ist da kein leid.  das verpersönlichen von allem ist das leid.  es geschieht MIR, wie kann man MIR das antun ... freilich kann ICH auch eine art turbowirkung im positiven haben - wenn sich das leben so zeigt, wie der kopf es gedacht hat ... JUHUUU ...  und wenn nicht ?  der turbo ist dann auch in der minusrichtung aktiv.


F:   ich habe verstanden, dass wir alle eins sind.

A:   ohne wir.    oft wird das so gehört, dass es viele viele einzelne gibt und die sind alle miteinander verbunden, tanzen ringa ringa reia  - und haben sich idealerweise lieb.  ich spreche nicht von verbundenheit.  ich spreche nicht davon, dass es hier einen einzelnen gibt, der nach allen möglichen richtungen verbunden ist. 
angebunden an eine höhere führung, an einen atlantischen lichtstrahl ... aufgeteilt in unterbewußt, wachbewußt und überbewußt ... im alten ägypten hat man die verbindungsfäden 'spinnennetz' genannt, die polynesischen huna schamanan sprechen von 'aka-schnüren' ...  da gibt es die buntesten konzepte und geschichten - alles wundervolle kinder der idee von trennung. 
das ist EINS - ohne zwei.  womit sollte DAS EINE, das ALLES IST WAS IST verbunden sein ?  EINS ist so einfach, dass es unglaublich ist, dass wir es übersehen.  der kopf, der das komplexe liebt, kann da nicht hin.  ich mag das gerne:  das gesehnte versteckt sich, indem es alles ist.  ständig drehen wir jedes steinderl um auf der suche nach dem 'geheimnis' - dabei ist es schon das steinderl und das umdrehen ...



F:   wie soll sich denn die welt jemals ändern, wenn es nicht diejenigen gibt, die sich für das gute einsetzen ?

A:   was verstehst du unter 'gutes' ?

F:   ?  ja z.b. ende von krieg, geiz, mangel, armut, haß, neid ... einsatz für umverteilung von gütern, umweltschutz ... so vieles ... mehr liebe ... mehr mitgefühl ...

das scheint eine simple frage zu sein.  es liegen ihr aber so viele annahmen zugrunde.
die welt, gäbe es eine welt, ist immer so wie sie ist.  alles erscheint immer jetzt aus dem nichts - und nichts könnte je anders sein, als genau so, wie es sich zeigt.  das ist EINS.  es sind nicht die menschen, die etwas verändern können.  allgemeiner gesagt,  erscheinungen haben auf andere erscheinungen keinen einfluß.  du bist eine erscheinung und hast auf andere erscheinungen 'keinen zugriff'.  alles, ALLES kommt immer aus der einen quelle ... und läuft nicht in einer zeitlichen ursache und wirkung- schiene ab.  mit 'erscheinung' ist wirklich erscheinung gemeint.  NICHTS erscheint so, als ob es etwas wäre.  NICHTS erscheint als menschenkörper, schlangenkörper, häuser, bäume, gänseblümchen, wolken ..... alles was ist.  dieses EINE erscheint als vieles und die scheinbaren geschichten werden aus der quelle so geschrieben, als gäbe es ursache und wirkung.  aber dieser moment ist nie eine auswirkung einer 'früheren' ursache.  es ist genau umgekehrt.  es ist immer immer immer DAS was ist - und IN DEM erscheinen gedanken und bilder, die so etwas wie vergangenheit und zukunft suggerieren - aber diese vergangenheit und diese zukunft gibt es nicht.  sie finden nie anderswo als HIER/JETZT/IN DEM statt.  leben lebt sich, kommt aus dem NICHTS und ist NICHTS, das als ALLES erscheint.  leben geschiet nicht aufgrund von jemandes anstrengung oder bemühen oder gutsein oder schlimmsein.

es ist eine scheinbar hehre idee, das gute vom bösen, das richtige vom falschen ... trennen zu wollen.  das ist ein und diesselbe münze.  und das will mit sicherheit niemand hören, dass diese scheinbar hehre idee eine form von hass und ablehnung von leben ist.  du willst den unausweichlichen aspekten von leben entkommen.  leben ist per definitionem hell/dunkel, gefangen/befreit, frieden/unfrieden ... leben erscheint in gegensätzen und kontrasten - weil anders nichts erfahrbar werden könnte.   wenn alles grün wäre - was würde erscheinen ?  wir kennen den frieden ohne den krieg | den befreiten ohne den gefangenen nicht ...
dass du das ungeteilte teilen möchtest, damit nimmst du nur 50% vom leben - der rest ist ablehnung.  diese ablehnung verstärkt scheinbar eine dringlichkeit für die idee, dass es ein ICH gibt, das kreieren kann und demgemäß eine bessere welt erschaffen könnte.  im sehen von dem was ist, fällt auch die idee von besser.  erstaunlicherweise ist das befreiend.  der kopf wird dir das gegenteil erzählen.  er lebt von einer besseren zukunft, die es nicht gibt.  es gibt keinen anderen raum und keine andere zeit als DAS/HIER/JETZT.  alles was erscheint ist liebe.  sie ist bedingungslos.  sie bringt in absoluter unbewegtheit den stillen frieden genauso wie den lauten krieg hervor.  dein friedenhabenwollen ist angst vor dem leben.  sorry, hier gibt es keine 'alles wird rosarot' geschichte. 
'there is no happy end - and that's the beauty' ... ich weiß nicht mehr, wer das gesagt hat.  es ist so schön.